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ezzemm
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Festplatten-RAID - Sinn oder Unsinn? Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

Quelle: http://www.forum-hardtecs4u.com/yabbse/i...;threadid=38468

Zitat:
RAID gefällig?

Einleitung

Haben Komponenten wie Grafikkarten oder Prozessoren in den letzten Jahren geradezu einen Quantensprung in Sachen Leistungsfähigkeit erfahren, so tritt man seit etlichen Jahren in Sachen Festplatte mehr oder weniger auf der Stelle, oder begibt sich eher in Trippelschritten vorwärts oder gar rückwärts. Vergleichbare Fortschritte in der – immer noch im Breitenmarkt auf einem mechanischen Lesekopf beruhenden – Festplattentechnik gab es lediglich in Sachen Kapazität der einzelnen Scheiben, bzw. dementsprechend auch der Gesamtkapazität der Laufwerke und Preis pro GB. Rückschritte sind dagegen definitiv im Bereich der Zuverlässigkeit zu verzeichnen, sind Festplatten doch inzwischen in einem normalen Arbeitsystem mit Sicherheit die am häufigsten von Ausfällen betroffene Komponente.

Die Lese- und Schreibgeschwindigkeit ist jedoch in keinem Verhältnis dazu angewachsen und auch wenn inzwischen der altehrwürdige IDE-Standard (fälschlicherweise inzwischen auch gerne als P-ATA bezeichnet) durch den deutlich moderneren S-ATA beerbt wurde (was in Kombination mit dem Wechsel des parallelen PCI-Busses zu der seriellen Point-to-Point PCIe-Verbindung mehr oder minder das Ende der parallelen Busära im PC besiegelt), so ist die Plattentechnik bis auf einige Optimierungen und Ergänzungen doch stets dieselbe geblieben.

Einen Ausweg aus diesem Performanceflaschenhals suggerieren RAID-Systeme, bei denen man mehrere Platten in verschiedenen Möglichkeiten zu einer Einheit verschmelzen kann. Doch dass nicht alles Gold ist was glänzt und in Sachen RAID viel Irrglaube existiert bzw. sich viele Nutzer nicht über die Vor- / Nachteile oder Funktionsweisen der einzelnen Modi im Klaren sind, zeigt die Erfahrung und das Lesen so mancher Threads in einschlägigen Foren. Deshalb soll es sich dieser kleine Artikel zur Aufgabe machen kurz und knapp (und hoffentlich möglichst anschaulich & verständlich) die gängigen und relevanten RAID-Modi theoretisch zu beschreiben, sowie eine praktische Bewertung für den Heim-PC mitzuliefern. Alles natürlich nach bestem Wissen und Gewissen und ohne die Garantie, dass sich nicht doch hier und da ein Fehler im Detail einschleicht.


Hardware-RAID, Software-RAID, Fake-RAID – ein Drama in drei Akten

Hinter dieser bedeutungsschwangeren Überschrift steckt all die Theorie, die man einigermaßen verinnerlicht (oder zumindest verstanden) haben sollte, bevor man sich ernsthaft mit den einzelnen RAID-Modi auseinandersetzen kann.

Es ist auf mehrere Arten möglich ein RAID-Verbund zu erstellen. Zum einen über einen RAID-Controller, der – in Hardware gegossen – die normalen Schreib- und Leseanweisungen der CPU in die Verbundspezifischen Anweisungen übersetzt und der CPU dann – richtig zusammengestückelt – die Daten liefert. Wie diese Möglichkeit in der Beschreibung schon impliziert, nennt man diese Möglichkeit ein Hardware-RAID. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: dadurch, dass der Prozessor mit der Verwaltung keine zusätzliche Arbeit hat, sondern der Controller diesen Teil übernimmt, ist diese Lösung sehr performant. Außerdem ist solch ein RAID unter jedem Betriebssystem, für das es entsprechende Controllertreiber gibt, einsetzbar. Man arbeitet also ohne jegliche Plattform-Limitierungen. Der Nachteil für all diese schöne Welt ist natürlich schnöder Mammon – ein entsprechender Controller kostet (je nach unterstützten RAID-Modi) durchaus ein paar Markfuffzig.

Der zweite Ansatz ist entsprechend der vorherigen Lösung als Software-RAID bekannt. Hierbei übernimmt das Betriebssystem bzw. eine aufgesetzte Software die Verwaltung der Laufwerke und des RAID-Modus. Dass das nicht ganz ohne Kollateralschäden von statten geht ist klar. Die Berechnung der nötigen Daten und Zugriffe erfolgt über die CPU, sie fungiert somit als (nicht spezialisierter) RAID-Controller, was die Gesamtperformance in rechenkritischen Anwendungen, in denen auch auf die HD zugegriffen wird, teils – je nach verwendetem RAID-Modus – drastisch vermindert. Auch funktioniert ein Software-RAID, das unter Windows aufgesetzt wurde eben nur in Windows – man arbeitet also Plattformspezifisch.

Dennoch ist ein Software-RAID – je nach verwendetem RAID-Modus – sehr viel besser als sein Ruf. Der Grund dafür ist zum einen, dass man nicht nur ganze Laufwerke, sondern auch einzelne Partitionen als RAID-Verbund schalten kann, was z.B. verschiedene RAID-Modi mit nur zwei HDs ermöglicht, ohne diese kombinieren zu müssen. Neben den geringen Kosten und der Möglichkeit den RAM als Cache zu benutzen – beides ebenfalls Vorteile für das Software-RAID – relativiert die Möglichkeit drei ein RAID aufzusetzen die vermeintlichen Nachteile des Software-RAIDs schnell. Allerdings sollte man Version #3 besser als Möglichkeit 1.5 bezeichnen sollte, da sie in gewisser Weise ein Mittelding zwischen Software- und Hardware-RAID darstellt, auch wenn dies vielen nicht klar ist.

Für Ansatz Nummer drei gibt es eigentlich gar keine offizielle Bezeichnung, jedoch hat sich dafür der Begriff Fake-RAID in fach-, sach- und lachkundigen Kreisen eingebürgert. Von einem Fake-RAID spricht man in 99% der Fälle dann, sobald ein auf dem Mainboard integrierter RAID-„Controller“ zum Einsatz kommt. Das grundlegende Problem dieser Controller besteht nämlich darin, dass sie im eigentlichen Sinne keine Controller, sondern mehr zentrale Anlaufstellen für Festplattenabfragen sind, die somit die Plattformabhängigkeit aufheben – allerdings keinerlei RAID-Logik implementiert haben, also auch nicht eigenständig Berechnungen jeglicher Art anstellen können. Hierfür sind auch diese kleinen Blinkesteinchen auf die CPU angewiesen. Allerdings ist es durch so einen Controller möglich die Systempartition auf einem RAID unterzubringen, was bei einem Software-RAID aus klar ersichtlichen Gründen nicht wirklich machbar ist. Schneller als ein Software-RAID arbeitet dieser aber dann aus oben genannten Gründen nicht, meist ist sogar das Gegenteil der Fall.

Zum Abschluss des Theorieteils die einzelnen RAID-Modi noch einmal im Pro- / Contra-Check

Hardware-RAID
+ Optimale Performance
+ Plattformunabhängig
+ System auf RAID-Verbund möglich

- sauteuer

Software-RAID
+ Sehr Billig
+ RAM-Cache
+ Einzelne Partitionen können als RAID-Verbund erstellt werden

- Zusätzliche Systemlast
- Unflexibel (plattform- / softwarespezifisch)
- Kein System auf RAID-Verbund

Fake-RAID
+ Billig
+ Plattformunabhängig
+ System auf RAID-Verbund möglich

- Unflexibel
- Zusätzliche Systemlast


Eine negative Bewertung der Geschwindigkeit bei Software- und Fake-RAID wäre nicht sachdienlich, da dies zu sehr vom verwendeten RAID-Modus abhängt. Wieso erfährt der willige Leser im nächsten Kapitel.


RAID-Modi

Im Folgenden möchte ich die gängigsten RAID-Modi für den geneigten Heimnutzer separat betrachten. Ich beschränke mich hierbei auf RAID 1, 0, 10 sowie RAID 5. RAID 5 wurde nicht etwa wegen der Sachdienlichkeit aufgenommen, sondern eher, weil dieser Modus in Heimrechnern zumeist ohne jedwede Existenzberechtigung (für Heimrechner!) in Mode gekommen ist.


RAID-0 (Striping) – in kleinen Scheiben bitte

Das klassischste und beliebteste RAID für den Heimgebrauch. Die Funktionsweise ist bei diesem RAID-Verbund denkbar einfach. Eine Datei wird entsprechend einer voreingestellten Blockgröße (Stripesize oder auch Chunksize) auf mehrere Datenträger aufgeteilt. Hat man z.B. eine Datei mit 128KB und eine Stripe-Size von 32KB, so liegen die ersten 32KB auf Platte #1, die zweiten 32KB auf Platte #2 usw… die Funktionsweise verdeutlicht die nachstehende Grafik.


Die Blöcke drücken in dieser, wie in allen folgenden Grafiken einen Block auf der entsprechenden Festplatte aus. Die Zahlen bilden die Zugehörigkeit zu einer Datei. Block A1-A4 ist zusammenfasst also die Datei A, B1-B3 die Datei B etc pp.

Der Vorteil besteht in der (theoretisch) vervielfachten Lese- und Schreibleistung, da die Festplatten gleichzeitig am selben „Datenauftrag“ arbeiten können. Nachteile hat die Geschichte natürlich auch, nämlich primär den, dass – sobald eine Festplatte ausfällt – alle Daten futsch sind, die Ausfallwahrscheinlichkeit verdoppelt sich also, da bei jedwedem Ausfall gleich der komplette Verbund hinüber ist.

Zu gebrauchen ist das somit nicht unbedingt für kritische Daten oder die Systemplatte, sondern primär für Daten / Informationen, die sich schnell generieren bzw. neu installieren lassen. Beliebt also z.B. bei Applikationen und Spielen, die private Bildersammlung sollte man nicht zwingend auf so einem Verbund ablegen. Nötig bzw. besser gesagt sinnvoll für diesen Modus sind mindestens zwei Festplatten identischer Größe (und optimalerweise natürlich identischer Leistungsfähigkeit), ansonsten unterliegt man keinerlei Beschränkungen.

+ Erhöhte Lese- / Schreibleistung
- Doppelte Ausfallwahrscheinlichkeit

RAID-1 (Mirroring/Duplexing) – doppelt hält besser

Ebenfalls ein Klassiker unter den RAID-Modi stellt das RAID-1 dar. Bei diesem werden die Daten redundant auf verschiedenen Laufwerken gehalten. Gehen wir wieder von unserem Fall einer 128KB großen Datei aus, so liegt diese vollständig auf Laufwerk #1 und auf Laufwerk #2 usw… – auch hier soll die Funktionsweise wieder in der folgenden Grafik verdeutlicht werden.



RAID-1 kann man gut und gerne als den genauen Gegensatz zu RAID-0 bezeichnen, werden die Daten hier doch nicht halbiert, sondern (mindestens) verdoppelt. Dementsprechend erreicht man auch eine (mindestens) doppelte Datensicherheit bzw. eine drastisch verminderte Ausfallwahrscheinlichkeit. An der Performance tut sich jedoch nichts Bedeutendes gegenüber einer einzelnen Platte, außerdem steht einem nur die halbe Kapazität zur Verfügung. Bei einer Leseanweisung liefern die verwendeten Platten alle die angeforderten Daten vollständig, welche dann gegengeprüft werden, um die Konsistenz der Daten zu wahren.

Es gab von Highpoint eine Weile lang die Bestrebung ein RAID 1.5 anzubieten, welches auf dieses Gegenprüfen der Konsistenz verzichtet, sondern die Daten – a la RAID-0 – lieber scheibchenweise von allen Laufwerken gleichzeitig liest. Die Folge war eine erhöhte Leseleistung, jedoch wurde der Gedanke der absoluten Datensicherheit dadurch in gewisser Weise ad absurdum geführt, weshalb dieses RAID auch keinerlei Praxisrelevanz oder Verbreitung besitzt.

Nur noch als kleine Notiz der Vollständigkeit halber am Rande: hängen beide Festplatten am selben Controller spricht man von Mirroring, an unterschiedlichen bezeichnet man diesen Verbund als Duplexing.

Voraussetzung für diesen Verbund sind mindestens zwei Festplatten, die – ähnlich wie bei RAID-0 – zumindest dieselbe Größe, jedoch besser auch dieselbe Leistungsfähigkeit besitzen sollten.

+ Datensicherheit
- Halbe Kapazität = Doppelte Kosten


RAID 1+0 / 10 – vom Guten das Beste

Das Kombinieren verschiedener RAID-Modi ist Gang und Gebe. Gerade bei Servergeschichten ist das Kombinieren verschiedener Verfahren – neben RAID 5 und RAID 6 – mehr als üblich. Denkbar sind hierbei jedwede Kombinationen, die man sich nur ausdenken kann. Für den Desktopgebrauch ist jedoch aus verständlichen Gründen nur 1+0 (auch 10 genannt) relevant.

Dieser Modus kombiniert (fast vollständig) die Vorteile beider bereits vorgestellten Systeme, vermag jedoch nur den Nachteil von RAID-0 zu kompensieren. Voraussetzung für RAID 1+0 sind 4 (möglichst gleich große / schnelle) Platten, wobei jeweils zwei Platten in ein Stripe-Set (RAID-0) geschaltet und diese beiden Stripe-Sets dann in ein RAID-1 Verband gespiegelt werden. Nachstehende Grafik sorgt hoffentlich auch hier wieder für mehr Klarheit.



Fällt nun eine beliebige Platte aus, so kann diese durch den gespiegelten Verbund problemlos kompensiert werden, bei gleichzeitig hohen Datenübertragungsraten. So schön es sich anhört, so selten und luxuriös ist es letztlich doch in der Realisierung. Das Hauptproblem ist ein finanzielles, wie auch ein räumliches. Denn nicht jeder Geldbeutel möchte sich für 4-HDs entleeren und nicht jedes Gehäuse kann 4 HDs sinnvoll (und das heißt ohne Sandwichbauweise) fassen – von der Wärme- und Geräuschentwicklung gar nicht zu sprechen. Selbstredend steht einem auch in diesem Verbund nur die halbe nominale Kapazität zur Verfügung, was aus RAID-1 implizit folgt.

+ Datensicherheit
+ Geschwindigkeit
- Halbe Kapazität = Doppelte Kosten
- Mindestens 4 Laufwerke erforderlich

RAID-5 – ein kleines XOR gefällig?

RAID-5 ist im Serverbereich ein absolutes Muss – auch wenn der Standard (der in gewisser Weise schon der Nachfolger von RAID-4 ist, was der Nachfolger von RAID-3 war) zunehmend von RAID-6 beerbt wird – doch unverständlicherweise liest man auch immer wieder von OnBoard-„Controllern“, die diesen Modus anbieten bzw. anbieten wollen.

Wieso das eigentlich absurd ist, ergibt sich aus der Funktionsweise von RAID-5. Bei einem klassischen RAID-5 gibt es per Definition in einem Verbund mindestens drei Festplatten. Im Folgenden Beispiel möchte ich der Einfachheit halber von dem Minimum von drei Festplatten ausgehen – RAID-5 ist in Sachen Plattenanzahl beliebig erweiterbar, weshalb ein jeder selbst den Gedanken auf X-Platten weiterspinnen kann. Hat man also drei Platten, die im RAID-5 laufen, so würde unsere 128KB Datei in einer definierten Blockgröße wie bei RAID-0 auf zwei der drei Festplatten verteilt werden. Auf der dritten Festplatte befindet sich der XOR-Verknüpfungswert eines jeden einzelnen Bits der beiden „Datenplatten“. Die dritte wäre somit mit Paritätsinformationen zur Wahrung der Redundanz gefüttert (dass dies nicht mehr vollständig so ist, sondern die Paritätsinformationen gleichmäßig verteilt werden sei für die Funktionsweise an sich erst einmal uninteressant, die hier beschriebene Aufteilung der Platten würde besser zu RAID-3 passen)

Fällt nun eine beliebige Platte aus, so können in einem sog. Rebuild die Informationen der defekten Platte auf eine neue erzeugt werden, eben aus diesen Bitinformationen, die sich auf den restlichen Platten befinden. Das ist möglich, da eine XOR-Verknüpfung für zwei gegebene Werte immer eindeutig den dritten liefert. Um dies zu verdeutlichen, muss man sich nur die Wahrheitstabelle der XOR-Operation anschauen (a/b sind hierbei die Eingänge, x der Ausgang)

a b x
0 0 0
1 0 1
0 1 1
1 1 0

Es ist egal welches Bit man aus einer Zeile streicht, über die anderen beiden kann man immer 100% auf das dritte schließen. Während des Rebuilds ist ein RAID-5 so anfällig wie ein RAID-0, d.h. dass bei jedem weiteren Ausfall alle Informationen dahin sind. Sinn macht ein RAID-5 jedoch trotzdem gerade bei Servern, da die die nutzbare Gesamtkapazität immer (n-1) * z beträgt (n = Anzahl der Platten, z = Kapazität der kleinsten HD im Verbund) – es wird also nur eine Festplatte „verschwendet“ für Redundanzinformationen, egal wie viele Festplatten sich insgesamt im System befinden, hinzu kommt, dass von allen HDs (besser gesagt von n-1) HDs eine Datei gleichzeitig gelesen werden kann, die Leseleistung ist also enorm hoch und das bei einer von Anfang an akzeptablen Datensicherheit.


Bitte beachten: P1-5 sind die Paritätsdaten. Das Prinzip der Verteilung dieser auf nur einer Festplatte entspricht ebenfalls RAID-3 und nicht RAID-5

Wie man schon alleine an der Menge an Text sieht ist RAID-5 in Sachen Funktionsweise wesentlich komplexer als die vorher vorgestellten RAID-Modi und da liegt letztlich auch der Hund begraben. Wie eingangs erwähnt besitzen OnBoard-Controller keine eigene RAID-Logik (bzw. keine XOR-Logik in diesem Fall) und lassen somit die CPU nicht nur die Daten wieder selbst zusammenstöpseln wie bei RAID-0, sondern auch alle Berechnungen in Sachen Paritätsbits anstellen, was die Schreibleistung bei OnBoard-Controllern oder Software-Versionen dieses RAID-Modus in lächerliche Regionen bewegt (5MB/s sind keine Seltenheit, sondern der gesunde Durchschnitt bei einer gleichzeitig – je nach verwendeter CPU – hohen Auslastung der CPU). Ordentliche Controller, die neben einem eigenen Prozessor auch noch über den nötigen Speicher verfügen um sinnvoll zu agieren fangen bei 400 Euro an und je nach gestellter Anforderung gehen dort auch schnell vierstellige Beträge über die Theke.

Das alleine macht RAID-5 schon untauglich, hinzu kommt aber noch, dass es keinen Sinn macht RAID-5 nur mit einer Paritätsplatte zu betreiben, sondern man als absolutes Mindestmaß in Sachen Sicherheit noch über eine HotSpare-Platte verfügen sollte. Eine HotSpare-HD ist eine Festplatte, die untätig im System schlummert und auf die, sofort nach dem Ausfall einer anderen Festplatte, die Daten rückberechnet werden, damit man asap wieder über eine funktionierende Redundanz verfügt.

Fazit

Wir stellen also fest: Nötig für ein sinnvolles RAID-5 wären ein Controller für 400 Euro, sowie mindestens vier Festplatten. Macht das Sinn? Vielleicht für 0.00001% aller Heimanwender, die auf eine möglichst hohe Geschwindigkeit und riesige Kapazitäten angewiesen sind, da kommen dann auch gerne 8 Platten und mehr zum Einsatz, so dass ein RAID 1+0 keine Alternative mehr ist, da der „verschwendete“ Plattenspeicher ja linear zu der Gesamtkapazität ansteigt. Für jeden, der hohe Datensicherheit mit hoher Geschwindigkeit kombinieren will lohnt sich sehr viel eher ein Blick in Richtung RAID-1+0, eben auch wieder mit den bekannten Nebenwirkungen.

Im Übrigen wird der Leistungsschub, den z.B. ein RAID-0 System bringt zumeist überbewertet. Was nützt ein RAID-0 System, wenn immer mal wieder kleine Dateien nachgeladen werden müssen, jedoch ganz selten sich die Gelegenheit ergibt, dass (mindestens) zwei Festplatten ordentlich Gas geben? Da frisst die Zugriffszeit (die bei durchschnittlichen S-ATA Platten zwischen 12-15ms liegt) mehr Zeit, als der Lese- und Auslieferungszustand an sich. An dieser Stelle wäre eher eine einzelne SCSI-HD eine Überlegung wert, da diese über eine wesentlich geringere Zugriffszeit verfügen. Einen Mittelweg zwischen normaler S-ATA Variante und SCSI gibt es dann wiederum mit der bekannten Raptor-Serie von WD, welche über ein S-ATA Interface verfügt, jedoch in Sachen Geschwindigkeit und Zugriffszeit (aber leider auch Kosten) in Richtung SCSI tendiert.

Einzig RAID-1 ist über jede Kritik erhaben, vermutlich auch wegen der Einfachheit des Systems und der Einfachheit des Nutzens. Wer seine Datensicherheit erhöhen will und wem regelmäßige Backups auf eine externe Platte (mit Abstand die sicherste Variante, denn gegen ein 35 Euro 600W Netzteil oder einen Blitzeinschlag ist noch kein so schönes RAID gesichert) zu mühsam sind, der ist hier sehr gut aufgehoben, auch bei einem Software- oder Fake-RAID.

Es gilt hier – wie überall – sich nicht durch Benchmarks blenden zu lassen, sondern sich differenziert mit dem Thema auseinanderzusetzen und zu überlegen, welche Anschaffung gerade in diesem Bereich wirklich Sinn macht.

Ich hoffe, dass es dem ein oder anderen gefallen bzw etwas Hilfestrellung gegeben hat. Feedback, Anregungen oder sonstiges gerne in diesen Thread, oder auch an fermant@gmx.de


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10.07.2006 13:27 ezzemm ist offline E-Mail an ezzemm senden Homepage von ezzemm Beiträge von ezzemm suchen

SysRun
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wers braucht

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10.07.2006 14:21 SysRun ist offline E-Mail an SysRun senden Beiträge von SysRun suchen

marder
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RAID 0 ist nicht umsonst seid Jahren unter dem Namen "Kamikaze-Raid" bekannt. Ich selber betreibe 2 Western Digital Raptor Platten (jeweils 74 Gbtye) im Raid 0. Die Performance ist ca. 35 % besser als ohne Raid. Problematisch wird es wenn der Verbund Paritätsfehler oder Redundanzen aufweist. Alle Daten von beiden Platten sind bei solchen Fehlern nahezu nicht wiederherstellbar! Für Freaks die alles aus einer Spielekiste rausholen wollen lohnt sich RAID0 nur wenn die verwendeten Platten auch positiv auf einen RAID Verbund reagieren. Allen anderen die ihre Daten sicher speichern wollen sage ich....


FINGER WEG VOM RAID0

Gruss

Marder

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„Wir hatten zwei Beutel Gras, 75 Kügelchen Meskalin, fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, einen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, Lacher, einen Liter Tequila, eine Flasche Rum, eine Kiste Bier, einen halben Liter Äther und zwei Dutzend Poppers. Nicht, dass wir das alles für unsere Tour brauchten, aber wenn man sich erstmal vorgenommen hat, eine ernsthafte Drogensammlung anzulegen, dann neigt man dazu, extrem zu werden …“
10.07.2006 16:25 marder ist offline E-Mail an marder senden Homepage von marder Beiträge von marder suchen Fügen Sie marder in Ihre Kontaktliste ein AIM-Name von marder: marder777

Hefti
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Zitat:
Original von siX|marder
Problematisch wird es wenn der Verbund Paritätsfehler oder Redundanzen aufweist. Marder


Ähhhm jetzt nochmal auf Deutsch Smile

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10.07.2006 19:38 Hefti ist offline E-Mail an Hefti senden Homepage von Hefti Beiträge von Hefti suchen Fügen Sie Hefti in Ihre Kontaktliste ein

Ultima
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Da die Daten auf beide Festplatten gleichmässig (Bit/Byte 1 auf Platte 1, Bit/byte 2 auf Platte2) verteilt werden ist im Falle von Fehlern auf einer Platte der ganze Datensalat hinüber.

Daher sollte man RAID 0 nur! mit Backup system am laufen haben (oder eine dritte [Backupplatte] im selben oder ´nem zweit rechner haben) der den ganzen Kram im Raid 0 System als Sicherheitskopie speichert.

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10.07.2006 22:36 Ultima ist offline E-Mail an Ultima senden Beiträge von Ultima suchen Fügen Sie Ultima in Ihre Kontaktliste ein

Hefti
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Danke Ulti. Jetzt hab sogar ich Noob es verstanden lol

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10.07.2006 22:48 Hefti ist offline E-Mail an Hefti senden Homepage von Hefti Beiträge von Hefti suchen Fügen Sie Hefti in Ihre Kontaktliste ein

marder
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Einen Raid0 Verbund komplett zu sichern ist jedoch auch nicht wirklich möglich sondern nur die Daten aus diesem Verbund.

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„Wir hatten zwei Beutel Gras, 75 Kügelchen Meskalin, fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, einen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, Lacher, einen Liter Tequila, eine Flasche Rum, eine Kiste Bier, einen halben Liter Äther und zwei Dutzend Poppers. Nicht, dass wir das alles für unsere Tour brauchten, aber wenn man sich erstmal vorgenommen hat, eine ernsthafte Drogensammlung anzulegen, dann neigt man dazu, extrem zu werden …“
11.07.2006 08:03 marder ist offline E-Mail an marder senden Homepage von marder Beiträge von marder suchen Fügen Sie marder in Ihre Kontaktliste ein AIM-Name von marder: marder777

Scoop
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Möglich wäre es schon...z.B. mit einer Spiegelung.
Allerdings geht das wieder auf kosten der Performance...und somit steht man wieder am Anfang ^^

Ich selber finde Raid im Hausgebrauch eh quatsch.
Aktuelle S-ATAII schaffen theoretische 3GB/s.
Imo kenne ich kein Game, welches damit nicht hinkommen würde.
Wichtiger sind beim zoggn die Zugriffszeiten der Platte.
Klar...im Raid0 werden diese Verkürzt....allerdings erreiche ich das auch mit einer besseren Platte ohne Raid.
Zumal ein "gute" Platte dann meist immer noch Preiswerter ist als 2 Mittelgute + Raid System.

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Ich habs euch vorher gesagt...aber nöööö...mir glaubt ja keiner ^^
11.07.2006 10:14 Scoop ist offline E-Mail an Scoop senden Homepage von Scoop Beiträge von Scoop suchen Fügen Sie Scoop in Ihre Kontaktliste ein

marder
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Japp recht haste. Wer unbedingt eine gigantenschnelle Festplatte sucht un das nötige Kleingeld hat sollte zur Raptor-Serie von Western Digital greifen. Sehr gut sind auch einige Modelle der Samsung Spinpoint Platten.

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11.07.2006 11:21 marder ist offline E-Mail an marder senden Homepage von marder Beiträge von marder suchen Fügen Sie marder in Ihre Kontaktliste ein AIM-Name von marder: marder777

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